Ergebnisse der online- Befragung zu „Arbeitszeit im Projektmanagement“

Jun 30, 2014 von

Prof. Dr. Sibylle Peters/ Dr. Jörg v. Garrel/ Saskia Fischer, MA

Gemeinsam mit der GPM wurde im Jahr 2013 eine Online-Befragung zur Arbeitszeit zur aktuellen Situation von Arbeitszeit zu erfassen. Ein weiteres Ziel war, Unterschiede zwischen (1) tatsächlichen, (2) vertraglich vereinbarten sowie (3) gewünschte Arbeitszeit für eine souveräne Arbeitszeitgestaltung zu erhalten. In Projekten tätigen Projektleiter wie Mitarbeiter waren angesprochen, 104 (auswertbare) Personen (40% Frauen, 60% der Männer) nahmen teil. Zentrale Ergebnisse:

  • Die vertraglich vereinbarte Arbeitszeit ist bei Männern höher als bei Frauen (38,05; 36,73 h pro Woche) und bei Personen in Führungspositionen höher als diesen ohne Führungspositionen (38,54 und 37,30 h pro Woche)
  • 32,69 % (N = 34) geben an, die vertraglich vereinbarte Arbeitszeit entspricht der tatsächlichen. Bei 67,31 % (N = 70) liegt zwischen der tatsächlichen und vertraglich vereinbarten Arbeitszeit eine Differenz vor. Durchschnittlich wird angegeben, das 9,60 h mehr gearbeitet wird vertraglich vereinbart wurde (SD = 7,91).
  • Aussagen zur gewünschten Arbeitszeit: 50 % (N = 52) geben an, die tatsächliche Arbeitszeit entspricht ihrer gewünschten Arbeitszeit. Insgesamt wird gewünscht, durchschnittlich 11,32 h weniger zu arbeiten als sie dies tatsächlich tun (SD = 7,35).
  • 78 % der Befragten wünschen sich eine souveräne Gestaltung ihrer Arbeitszeit!
  • Längere Organisationstätigkeit scheint mit einer souveräneren Gestaltung von Arbeitszeit einherzugehen: Teilnehmer mit mehr als zwei Jahren Tätigkeit dort verteilen ihre Arbeitszeit ungleichmäßig auf Arbeitstage und sprechen dieses nicht täglich mit ihrem Vorgesetzten ab. Sie verfügen über Arbeitszeitkonten und sind seltener an einen konkreten Arbeitsort gekoppelt.
  • Je höher Erwartungen an Projektinhalte sind, umso bedeutender sind Zielvereinbarungen, d.h., bei F &E- Projekten mit hohem Innovationsgrad haben Zielvereinbarungen steigende Bedeutung.

Arbeitszeit über Zielvereinbarungen unter Berücksichtigung von Incentives ist der Schlüssel auf dem Weg zum beruflichen Erfolg. Insbesondere in der Wissensarbeit sind Akteure an Möglichkeiten zur Umsetzung und Nutzen von Arbeitszeit und zunehmend Arbeitszeitsouveränität interessiert. Das ist das Themen im Kontext von Demografiewandel und der Vereinbarkeit von Beruf und Privatheit. Ein weiteres Forschungsprojekt wird dazu vorbereitet.

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